Der Verein

2016 feierte der MST-Estenfeld sein 25-jähriges Bestehen. Schon über ein viertel Jahrhundert lang werden in der Modellsport Abteilung des Estenfelder Sportvereins nun funkferngesteuerte Vehikel mit viel Begeisterung bewegt.

Angefangen hat alles in den frühen 90ern mit dem Bau einer permanenten Off-Road Bahn. Eine Freifläche gegenüber dem Sportheim wurde dafür vom Estenfelder Turn und Sportverein (TSG) zur Verfügung gestellt. Neben viel Wiese und Baumbestand war dort bald eine tiefe lehmige Spur zu erkennen, welche fortan als Untergrund für die ersten Estenfelder "Modellauto-Schlammschlachten" dienen sollte.

Der Umstieg von Off- zu Onroad geschah im Jahr 2002. Hierfür wurde eine große Teerfläche mit 0,8er Körnung in Form eines kleinen "b´s" aus dem Boden gestampft.  Dieses "b" wurde direkt an das schon vorhandene Zeitnahme-Hüttchen angebaut. Strecke, Hütte, Fahrerstand und die Auslaufzonen beanspruchen gut 600 der insgesamt 1500 Quadratmeter großen Modellsportanlage.
Vierkanthölzer und Curbs aus Plastik dienten als Streckenbegrenzungen und formten in verschiedenen Varianten ausgelegt das Layout für die ersten vereinseigenen Rennen. Die KEIL-DTM war Anfang und Mitte der 2000er deutschlandweit eine sehr beliebte Rennserie. Die damalige Vereinsführung, eng mit dem Initiator Christian Keil befreundet, holte neben vielen Wertungsläufen auch den KEIL-DTM Jugendendlauf nach Estenfeld. Dieses Rennen sollte eine Regenschlacht werden, die alle Teilnehmer so schnell nicht mehr vergessen sollten. Regenrennen waren also auch schon damals ein Markenzeichen der Estenfelder Strecke.

Auf die doch recht materialunfreundlichen weißen Vierkanthölzer als Streckenbegrenzungen folgten in den kommenden Jahren zuerst die Baustellenfahrbahnbegrenzungen aus gelbem Hartgummi und dann die betonierten Kurvencurbs. Durch die betonierten Curbs wurde das Layout der Estenfelder Außenbahn fixiert und bietet nun schon seit über eineinhalb Jahrzenten die Grundlage für professionellsten RC-Car Modellsport. Nach und nach wurden gerade in den letzten Jahren die Rahmenbedingungen rund um die Strecke auch weiter verbessert. Zuerst wurde das Zeitnahme-Hüttchen um einen Anbau für Küche und Verkauf erweitert. Später kamen Überdachungen für den Essensbereich, Fahrerstand und das Fahrerlager hinzu.

Mit diesen idealen Bedingungen war es kein Wunder, dass nach dem Abflauen der KEIL-DTM bald eine vereinseigene Rennserie hermusste. So wurde der MST-SkodaCup mit vorerst fünf Wertungsläufen ins Leben gerufen. Das Reglement war zu Beginn denkbar einfach, es war nur der Einheitsbüchsenmotor und der Fahrzeugtyp vorgeschrieben: ein Elektrotourenwagen im Maßstab 1:10.
Mit dem Wachsen der Modellsportszene in der Region und dem raschen Voranschreiten der technischen Entwicklungen, wurde von Jahr zu Jahr natürlich auch ein ausgefeilteres und spezifischeres Reglement nötig. Aktuell gibt es aufgrund dessen vier verschieden Rennklassen in Estenfeld. Rookie, Fun, RS und Formel.

Die ROOKIE Klasse soll allen Neueinsteigern, Kindern und absoluten Gelegenheitsfahrern den Einstieg in das Hobby ermöglichen. Hier ist man dem Ursprungsreglement sehr treu geblieben und im Grunde ist neben dem Einheitsmotor, dem Akku und dem Mindestgewicht noch alles offen. Einheitsakku und Motor sind bewusst sehr preiswert gewählt und so kann jeder Neueinsteiger mit geringen Investitionskosten "Rennluft" schnuppern.

Das FUN Reglement bietet für alle Hobby Fahrer und Sparfüchse eine interessante Rennklasse. Der vorgeschriebene Brushless-Einheitsmotor, in Kombination mit dem Einheitsakku bietet höchste Chancengleichheit und eine gut kontrollierbare Geschwindigkeit. Enge Zweikämpfe und ein großes Starterfeld sind in dieser Rennklasse garantiert.

Die professionellste und schnellste Kasse ist die der RS Fahrer. Neben einem leistungsstärkeren Einheitsmotor sind hier auch die Reifen reglementiert. Bei Geschwindigkeiten um die 70 km/h ist hier höchste Präzision nicht nur beim Fahren, sondern auch beim Abstimmen und Vorbereiten der Autos gefragt.

Komplettiert wird das Portfolio der Estenfelder Rennserie derzeit durch die Formel Klasse, welche ganz besonders etwas fürs Auge ist. Vorgänger der Formel Klasse waren Truck, Mini und Rallye Rennklassen. Erfahrungsgemäß die kleinste Rennklasse, kommen aber auch hier in der Regel mindestens zwei vollständige Final-Läufe zusammen.

Allgemein erfreut sich die Estenfelder Rennserie über ständigen Zuwachs. Im Jahr 2016 konnte der MST-SkodaCup insgesamt über 390 Starter in den sechs Wertungsläufen verbuchen. Ausgerichtet werden die Rennen im Sommer auf der Estenfelder Außenstrecke und im Winter auf Teppich in der Estenfelder Mehrfachsporthalle Weiße Mühle.
Als sechster Wertungslauf wird seit 2012, meist im Frühjahr, noch ein drittes Hallenrennen bei unserem Nachbarverein Bad Kissingen ausgerichtet. Besonders die Hallenrennen in der Weißen Mühle im Winter sind immer ein Highlight jeder Saison. Auf mittlerweile über 600 Quadratmeter Spezialteppich entstehen tolle Rennstrecken mit einer maximal 30 Meter langen Geraden.

Im Jahr 2017 wird die Estenfelder Rennserie erstmals nicht mehr SkodaCup heißen, sondern aufgrund eines Sponsorenwechsels in LöfflerCup umgetauft.